Optik-Stadt Jena
Jena ist eine deutsche Universitätsstadt inmitten Thüringens am Fluss Saale gelegen.
Sie ist nach Erfurt und Gera die drittgrößte Stadt sowie eines der drei Oberzentren des Freistaates Thüringen und hat den Status einer kreisfreien Stadt.
Nach verschiedenen Eingemeindungen wurde Jena 1975 Großstadt.
Nicht nur Persönlichkeiten wie Goethe, Schiller, Fichte, Haeckel oder Novalis wirkten als Philosophen oder Dichter in Jena. Mathematiker, Physiker, Chemiker, Optiker und Glastechniker wie Abbe`, Schott und Zeiss gründeten erste Werkstätten der Feinmechanik und Optik.
Ab dem 19. Jahrhundert wurde in Jena die Glas- und Optikindustrie ansässig. Durch Erfindungen, die das Mikroskop revolutionierten und die Entwicklung des Planetariums sind die ansässigen Unternehmen heute weltweit bekannt. Nach dem zweiten Weltkrieg wurden die Unternehmen Carl Zeiss Jena GmbH und SCHOTT JENAer GLAS GmbH durch emigrierte Wissenschaftler und Angestellte in Westdeutschland neu gegründet. Bis Juli 1945 deportierten die amerikanischen Besatzer einen Großteil des Know-hows, in Form von Wissenschaftlern und Aufzeichnungen in ihre Besatzungszone. Danach erfolgte unter der russischen Besetzung die Demontage der Industrie und deren Deportation nach Russland. Anfangs baute die Jenaer Bevölkerung die Städtische Industrie selbst per Hand wieder auf, bis auch die russischen Besatzer die neu gegründete DDR durch Wiederaufbau stärkte, um sie gegen die Bundesrepublik Deutschland zu wappnen. Später entstand das Kombinat VEB Carl Zeiss Jena. Die Schott Werke wurden ebenfalls in ein Kombinat umgewandelt. Zusätzlich entstand in der DDR-Zeit in Jena ein pharmazeutischer Zweig in Form der Jenapharm.
Nach der Wende wurde das volkseigene Großkombinat Carl Zeiss, welches fast alle optischen Unternehmen innerhalb der DDR inne hatte, privatisiert. Carl Zeiss Oberkochen übernahm die Verantwortung für das optische Kerngeschäft. Für den überwiegenden Teil der Jenaer Werke wurde ein Sanierer gesucht- und mit Prof. Dr.h.c. Lothar Späth gefunden. In Jena entstand somit die Carl Zeiss Jena GmbH als Rechtsnachfolgerin des ehemaligen Kombinats mit Späth an der Spitze.
1992 wurde die Firma Jenalens Kontaktlinsen Technologie GmbH durch die Jenoptik gegründet. Die Firma Jenalens fertigt bis heute formstabile Kontaktlinsen am Standort Jena und konnte den Vertrieb weicher Kontaktlinsen, von Kontaktlinsenpflegemitteln sowie von Kontaktlinsenzubehör stetig ausbauen.
1996 wagte die Jenoptik als Aktiengesellschaft den Schritt an die Börse.
Inzwischen hat sich die optische Industrie in Jena ausgezeichnet entwickelt: eine Vielzahl hoch innovativer neuer Unternehmen ist entstanden, die den Weltmarkt mitbestimmen und teilweise sogar anführen. Die Interessen der Unternehmen und Institute auf dem Gebiet der Optischen Technologien werden vom Firmenverband OptoNet e.V. vertreten.
Weblink: Internetseite des Optischen Museums in Jena